Ist Ihnen das schon mal passiert: Sie treffen sich auf ein Date, oder gehen mehrmals miteinander aus, aber es entwickelt sich nicht wirklich weiter und auf einmal fühlt es sich nicht mehr wirklich nach Dating an, sondern so, als seien Sie bloß befreundet — dabei wollten Sie doch eigentlich etwas anderes. Dieses Phänomen nennt sich die Friendzone. Im Folgenden wollen wir uns diesem Phänomen ein wenig näheren, besser verstehen, wie es zustande kommt und wie es sich vermeiden lässt.

Die Friendzone

Bevor wir darüber sprechen können, wie sich die Friendzone vermeiden lässt, ist es zuallererst wichtig, dass wir ein tieferes Verständnis dafür bekommen, was genau die Friendzone ist und wie sie zustande kommt. Denn sie entsteht meist nicht ohne Grund und je mehr wir verstehen, wie es dazu kommt, desto besser sind wir in der Lage, in eine andere Richtung zu steuern. Hier ein paar Punkte dazu:

  • Die Friendzone ist ein Phänomen, das im Datingjargon schon lange existiert. Es beschreibt den Umstand, sich auf einmal in einer Art Freundschaft wiederzufinden, obwohl man eigentlich daten wollte und womöglich sogar romantische Absichten hatte. Gemeinhin ist das Verständnis, dass wenn man einmal in der Friendzone gelandet ist, es schwer ist, wieder herauszukommen, und, sagen wir, auf’s Neue zu daten. Wie kommt die Friendzone zustande und wie kommt es, dass, wenn man einmal in ihr landet, es so schwer scheint, den Status Quo zu ändern?
  • Es gibt mehrere Gründe. Zum einen kann es an mangelnder Kommunikation liegen. Vielleicht haben Sie und Ihr Date ähnliche, vielleicht aber auch verschiedene Absichten und Wünsche. Wenn diese jedoch nicht aus- oder angesprochen werden, arbeiten Menschen oft mit unbewussten Annahmen darüber, wo der oder die Andere sich gerade befindet. Diese können der Wahrheit entsprechen, können aber auch oft danebenliegen. Ein Grund für die Friendzone wäre dann, dass beide irgendwie annehmen, der oder die Andere wolle sich nicht in eine romantische Richtung bewegen. Aus unbewussten Annahmen ergibt sich schnell ein impliziter Konsens, dass beide dort sein wollten, wo Sie sind.
  • Die mangelnde Kommunikation kann natürlich auch eine mehr oder weniger bewusste Strategie sein. Etwa wenn die andere Person nicht unbedingt weiter daten will, Sie aber sympathisch findet, und es sich so unausgesprochen für den oder die Andere fügt, wie es ihr oder ihm gerade passt.
  • Zur fehlenden Kommunikation zählt auch das Phänomen der verpassten Gelegenheit. Wenn es ganz klare Momente, beim ersten, zweiten oder dritten Date gab, Anziehung auszudrücken, oder eine Geste der Zuneigung zu machen, diese jedoch ausblieb – aus Zögerlichkeit oder der Befürchtung, es würde nicht erwidert, was man selbst gerade artikulieren oder zeigen möchte. Aus einer Reihe an verpassten Gelegenheiten kann dann etwa die andere Person annehmen, Sie seien womöglich vielmehr an einer Freundschaft interessiert.
  • Wichtig ist zu betonen, dass sich solche Dynamiken oft unbewusst oder halbbewusst abspielen und eine Menge Faktoren zusammenkommen, da jede Datingsituation einzigartig ist und eigene Erfahrungen, Erwartungen und Wünsche mitbringt. So frustrierend eine solche Situation auch sein kann, es ist wichtig, dass man sich selbst oder andere so wenig wie möglich dafür verurteilt und niemandem die Schuld zuweist. Denn eines bedeutet die Friendzone ja so oder so: dass Sie sich gegenüber wohlgesonnen sind und einander mögen.

Dating statt Friendzone

Jetzt, da wir ein wenig genauer hingesehen haben, wie die Friendzone zustande kommt, und was einige der Faktoren sein können, die sie ermöglichen, können wir uns der Frage widmen, wie sie sich vermeiden lässt und wie wir uns stattdessen auf’s Dating fokussieren. Hier unsere Tipps dazu:

  • Das Wichtigste ist: Seien Sie klar in dem, wie Sie kommunizieren. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Denn Grundlage dafür ist vor allem auch, dass Sie selbst sich im Klaren darüber sind, was Sie möchten und in welche Richtung Sie sich mit einer anderen Person bewegen wollen. Natürlich ist das gerade am Anfang noch alles ungewiss und Teil der Aufregung des Datings. Und gleichzeitig ist es auch völlig ok, sich Zeit zu nehmen und nichts zu überstürzen.
  • Wenn Sie sich jedoch bereits zum zweiten oder dritten Mal getroffen haben, gibt es meist ein Gefühl zur anderen Person, und auch was ein Gefühl dazu, was Sie sich gerne als nächstes Wünschen. An dem Punkt ist es wichtig, sich zuerst darüber klar zu sein, was Sie möchten, und auch was nicht, und es dann der anderen Person mitzuteilen.
  • Sie müssen sich selbstverständlich nicht komplett ins Offene wagen und all Ihre Wünsche mitteilen. Es gibt andere Wege, dies ebenso deutlich zu signalisieren. Wenn Sie eine klare Anziehung verspüren oder romantische Absichten hegen, können Sie beispielsweise für das nächste Date etwas vorschlagen wie ein gemeinsames Kochen bei einem von Ihnen zuhause oder ein Date in einem verträumten Weinlokal. Auf diese Weise können Sie herausfinden, ob die andere Person ein ähnliches Interesse teilt.
  • Natürlich können Sie auch Ihre Wünsche offener mitteilen, gerade wenn Sie die Befürchtung haben, dass Sie sich langsam der Friendzone nähern, und Sie nicht verletzt werden möchten, oder bereits den Eindruck haben, dass die andere Person Ihre Gefühle vielleicht nicht teilt.
  • In einem solche Fall ist es immer gut, von sich selber und in der Ich-Form zu sprechen. So schwer uns das manchmal fällt, es geht schließlich um Ihre Wünsche. In den allermeisten Fällen sind andere uns dankbar, wenn wir Ihnen mit Aufrichtigkeit mitteilen können, wo wir stehen. Und letztlich geht es auch darum, herauszufinden, ob das, was Sie sich wünschen, in dieser Situation möglich ist.

Wir sehen also, dass eine klare, direkte und wertschätzende Kommunikation eine der besten Strategien darstellt, die Friendzone zu vermeiden und sich gegenseitig zu versichern, wo Sie stehen und wo Sie hinmöchten. Dies kann natürlich immer auch Enttäuschung mit sich bringen, allerdings ist diese meist einer zögerlichen Ungewissheit, die oftmals mit der Friendzone einhergeht, vorzuziehen. Wenn Sie wissen, was Sie wollen, und es nicht eine Freundschaft ist, ist es das Beste, dies so offen wie möglich mitzuteilen. Auf diese Weise vermeiden Sie Ungewissheit, aber letztlich auch größere Enttäuschungen, die meist nach einer längeren Zeit des Hoffens und Abwartens entstehen.